Aufgrund
seiner strategischen Lage, hat Avranches eine reiche und
zugleich bewegte Vergangenheit.
Ihre Ursprünge gehen auf den Grund des Zeitalters zurück. |
Im
9. Jahrhundert vor Jesus Christus besetzen die Kelten, die
" ABRINCATES ", die Region ; unter ihrer strengen Aufsicht
kennt die Stadt schon reges Leben und Vitalität. Nach dem
Kriege der " Gaules " wird sie galloromanische Hauptstadt
und geniesst drei Jahrhunderte lang einen gewissen Wohlstand.
Daraufhin kommt der Einfall der Sachsen, dann der der Franken,
die sich dort ansässig machen. Gleich zu Beginn der ersten
Jahrhunderte, christianisiert sich das Land und Avranches
wird Bischofssitz. Ueber ein Jahrtausend lang sind die Bischöfe
die wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt. Einer von ihnen,
der Hl. Aubert gründet im Jahre 708 auf dem Berg Tombe eine
Gebetsstätte, die der bekannteste Wallfahrtsort des Westens
wird : der Mont St.Michel .
Karl der Grosse hätte
in Avranches geweilt, jedoch macht die normannische Herrschaft
die Stadt, nach der Angliederung an das Herzogtum der Normandie
im Jahre 933 zu einer gewaltigen Zitadelle. " Hugues Le Loup
", der Kampfgefährte von Wilhelm dem Eroberer und Vicomte
von Avranches, wird sogar Graf von Chester in Engla.
Eine,
dem Hl. Andreas gewidmete romanische Kathedrale, die " Belle-Andrine
" erhob sich über der Bucht. Italiener, " Lanfranc von Pavia
" und Anselm von Aosta, später Erzbischöfe von Canterbury,
zeichneten sich durch ihr Unterrichten im Bischofspalast aus.
Der mächtige König von England, Heinrich der Zweite Plantagenêt,
kam im Jahre 1172 nach Avranches um, vor päpstlichem Legat,
an der Pforte der Kathedrale, für die Ermordung von Thomas
Beckett, Erzbischof von Canterbury, Busse zu tun, was die
gesamte Christenheit bewegte.
Nach der Angliederung der Normandie an Frankreich im
Jahre 1204, wird Avranches durch den Willen des Königs Ludwig
IX zur königlichen Stadt. Saint-Louis weilte gerne in der
" guten Stadt " deren Stadtmauer er befestigen liess .
Im Hundertjährigen Krieg rivalisieren die Engländer,
Navarresen und Partisanen des Königs von Frankreich miteinander.
Während den Religionskriegen, im 16. Jahrhundert, erklärtw
sich die Stadt für die hochkatholische Liga und lehnt es ab,
Heinrich IV als legitimen König anzuerkennen. Die Kanonen
des Herzogs von Montpensier brachen im Winter 1590 den Widerstand
der besetzten Stadt. 1639 lehnen sich die " Nu-Pieds " mit
Jean Quétil auf. Richelieu wollte den Leuten der Religion,
die vom Reichtum ihrer Salzsiedereien lebten, die Salzsteuer
(Gabelle) auferlegen. Die königliche Armee übte eine gewaltige
Unterdrückung aus, wobei das brutale Volk die Vorstadt mit
Feuer und Schwert verwüstete.
Diese Bruderkriege hindern jedoch die
Avrancher nicht daran, am humanistischen Aufschwung der Renaissance
und dann an den grossen Kulturrichtungen des Zeitalters der
Aufklärung teilzunehmen. Zu dieser Zeit gilt Daniel Huet,
Bischof von Avranches, als einer der gelehrtesten Männer seiner
Zeit (1630/1721).
Die Revolution bringt der Stadt notwendige und wohlwollend
aufgenommene Reformen und ihr Los an Missgeschick. Die widerspenstigen
Priester werden verfolgt, Avranches und seine Umgebung lehnen
sich auf. Die Blauen (Soldaten der frz. Republik) und Chouans
kämpfen in den Strassen von Avranches. Avranches verliert
seinen Bischofssitz und die Kathedrale St.André, Symbol dieser
Umwälzung, stürzt in einer Aprilnacht des Jahres 1794 ein.
Im 19. Jahrhundert erlebt die Stadt eine gewisse Bevölkerungszunahme
und dehnt ihre Vorstadt um den Berg herum aus. Die Reichskriege
gaben der Stadt ihren napoleonischen Held, Roger Valhubert,
der durch eine Kanonenkugel in Austerlitz tödlich verletzt
wurde.
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| Der
2. Weltkrieg ist die letzte grosse Schicksalsprüfung
: nach 4 Jahre langer deutscher Besetzung
zerstörten die amerikanischen Bombenangriffe
einen grossen Teil der Stadt. Indem
ihnen jedoch der Durchbruch von Avranches
(Percée d'Avranches) gelingt, befreien
die Panzer von General Patton am 31.
Juli 1944 die Stadt, Anfang der Befreiung
des Landes. |
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Avranches ist Sitz einer " Sous-Préfecture " des Departement
" Manche " und zählt ungefähr 10 000 Einwohner. Der Landkreis
hat 117 432 Einwohner. Sie ist also in erster Linie ein
Verwaltungssitz, Sitz eines Amtsgerichts und Landesgerichts,
der über ein Gebiet wirkt, das hauptsächlich eine landwirtschaftliche
Bestimmung hat. Hier werden Schafe auf den Uferstreifen
der Bucht des Mont St.Michel (pré-salés), Milchkühe und
Pferde im Innern des Landes gezüchtet. Das durch die Nähe
des Meeres gemässigte Klima begünstigt Gemüseanpflanzungen.
Avranches konnte unter diesen Bedingungen seinen Handel
harmonisch entwickeln. In einem angenehmen und gepflegten
Rahmen findet man eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen,
die imstande sind, die verschiedensten Ansprüche und Geschmäcker
zu befriedigen. Die Strassen werden hauptsächlich samstags
lebendig, anlässlich eines grossen Wochenmarktes, der
die Bevölkerung der Umgebung anzieht und unter anderem
sehr geschätzte landwirtschaftliche Erzeugnisse anbietet.
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